19.08.2026
Der Saatlenpark: Die Gartenstadt neu gedacht
Mit dem neuen Saatlenpark entsteht im Dreispitz viel mehr als eine Grünfläche. Er führt eine Idee weiter, die Schwamendingen seit seiner Entstehung prägt: das Leitbild der Gartenstadt. Als der damalige Stadtbaumeister Albert Heinrich Steiner in den 1940er Jahren das Quartier plante, gehörten grosszügige Grünräume ganz selbstverständlich dazu. Grosse Bäume, offene Freiflächen und naturnahe Begegnungsorte sollten das Quartier prägen und den Menschen Lebensqualität schenken.
Grün, das guttut
Heute ist dieser Gedanke aktueller denn je: Wir erleben, wie die Sommer immer trockener und heisser werden, Hitzeperioden zunehmen und dicht bebaute Quartiere Wärme bis tief in die Nacht speichern. Gerade hier machen Bäume und Grünflächen den entscheidenden Unterschied: Sie spenden Schatten, kühlen die Umgebung durch Verdunstung, verbessern die Luftqualität und sorgen dafür, dass sich ein Quartier auch an heissen Tagen angenehm anfühlt. Was einst aus städtebaulicher Überzeugung entstand, ist heute eine wichtige Antwort auf die Herausforderungen des Klimawandels.
Diesen Gedanken führt die ASIG bei der Neugestaltung des Dreispitzes weiter. Mit dem Saatlenpark entsteht auf 8'200 Quadratmetern ein zusammenhängender Grünzug mit über 300 neu gepflanzten Bäumen, der sich durch das gesamte Areal zieht. Er schliesst direkt an den Überlandpark an, der auf der Einhausung der Autobahn entstanden ist. So wächst ein Netz von Grünräumen, das den Dreispitz mit seiner Umgebung verbindet und das Quartier langfristig noch lebenswerter macht.
Der Saatlenpark soll ein Ort für den Alltag sein und zum grünen Mittelpunkt des Quartiers werden: Kinder können spielen und entdecken, Nachbarinnen und Nachbarn ins Gespräch kommen, Menschen jeden Alters Platz zum Verweilen finden oder einfach die Natur geniessen. Gerade an warmen Sommertagen ist es unter den Bäumen spürbar kühler als auf versiegelten Flächen.
Wo Natur ihren Platz bekommt
Ein besonderes Element ist der geschwungene Bach, der sich durch den Park zieht. Der Umgang mit dem Regenwasser folgt dabei dem Prinzip der Schwammstadt: Der Bach wird mit Regenwasser gespeist, das auf den Dächern der umliegenden Gebäude gesammelt wird. Statt in die Kanalisation abzufliessen, versickert das Wasser auf natürliche Weise und bleibt so Teil des lokalen Wasserkreislaufs. Schilf, Gräser und weitere standortgerechte Pflanzen schaffen wertvolle Lebensräume für Bienen, Schmetterlinge und viele andere Kleintiere.
Auch oberhalb des Parks wird an die Natur gedacht. In die Fassaden und Dachbereiche der Wohnhäuser integrierte Nistkästen bieten Vögeln und Fledermäusen geschützte Rückzugsorte. Begrünte Dächer wirken als natürlicher Hitzeschutz, speichern Regenwasser und fördern die Artenvielfalt von Pflanzen, Insekten und Vögeln. So entstehen auf unterschiedlichen Ebenen miteinander vernetzte Lebensräume, die einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität im Quartier leisten.
Besondere Aufmerksamkeit gilt auch den Tieren, die bereits heute im Dreispitz zuhause sind. Die auf dem Areal lebenden Igel wurden vor Beginn der Bauarbeiten sorgfältig umgesiedelt und werden nach Abschluss der Arbeiten wieder in ihren ursprünglichen Lebensraum zurückgebracht. Die Entwicklung des Quartiers erfolgt also nicht auf Kosten der Natur, sondern berücksichtigt Mensch und Tier gleichermassen.
Der Saatlenpark führt die Tradition der Gartenstadt weiter und zeigt, wie zeitgemäss diese Idee bis heute ist. Er verbindet hohe Aufenthaltsqualität mit ökologischen Qualitäten und trägt nachhaltig dazu bei, dass das Quartier auch in Zukunft lebenswert bleibt.